Corporate-Twitter-Studie – So twittern deutsche Unternehmen
Wie twittern eigentlich deutsche Unternehmen? Dass der Mikronachrichtendienst nicht nur populär, sondern auch ein moderner – wenn zugleich nicht ganz leichter – Kommunikationskanal ist, hat sich in den Medienabteilungen der Unternehmen inzwischen herumgesprochen. Entsprechend setzen ihn einige bereits aktiv ein. Wie gut oder schlecht, vor allem aber WIE hat jetzt eine kompakte Studie ermittelt, deren Ergebnisse mir vorab exklusiv vorliegen und bei der die Tweets von 53 twitternden Unternehmen (darunter Daimler, Deutsche Telekom, Metro AG, Galeriakaufhof, Allianz, Lufthansa, Henkel, Bayer AG, Commerzbank, Siemens, Deutsche Post, RWE oder Volkswagen) eine Woche lang ausgewertet wurden.
Um eines vorwegzunehmen: Die Ergebnisse zeigen deutlich, so jedenfalls meine Meinung, dass die Unternehmen künftig nicht länger auf eine Art Chief Social Media Officer (CSO) verzichten können. Denn die moderne Kommunikation betrifft nicht nur Twitter, sondern auch andere soziale Netzwerke, wie Facebook, Xing, Myspace & Co. Und Social Media ist eine Kultur – und keine Strategie!
Doch nun zu den Ergebnissen im Einzelnen:
- 75 Prozent der Corporate-Twitterer haben weniger als 629 Abonnenten.
- Nur knapp jeder Fünfte (18 Prozent) weist über 1000 Abonnenten (Follower) aus.
- Der Follower-Durchschnitt liegt bei 661 Abonnenten (Median: 400 Follower).
- Die Unternehmen selbst folgen im Schnitt 122 oder weniger Twitterern.
- Der Durchschnittswert der Stichprobe liegt bei 350 Friends.
- Im Schnitt twittern die Unternehmen 13 Mal pro Woche.
- Der Höchstwert lag bei 302 Tweets in einer Woche (Amazon), Minimum: ein Tweet.
- 38 Prozent der Unternehmen nutzen das #-Zeichen, um ihre Tweets zu taggen, also Stichwörter als Suchbegriffe zu kennzeichnen.
- 67 Prozent der Corporate-Tweets enthalten Links, in der Regel in Form einer Kurz-URL.
- Nur 33 Prozent der Unternehmen verwenden @Relplies, kommunizieren also direkt mit anderen Twitterern.
Nach Themengruppen sortiert, ergibt sich folgendes Bild:
- 29 Prozent der Tweets waren dialogisch oder versuchten irgendeinen Kundennutzen zu bieten.
- 23 Prozent der Tweets hatten nachrichtlichen Charakter.
- 17 Prozent der Tweets enthielten Eigenwerbung.
- 15 Prozent entsprachen einer Meinungsäußerung.
- 9 Prozent waren Terminhinweise.
- 3 Prozent entstammten der Meta-Ebene (z.B. Tweets über Twitter).
- 3 Prozent enthielten Personalien oder Gossip.
Insgesamt lässt sich feststellen: Das Gros der deutschen Unternehmen (80 Prozent) twittert überwiegend unpersönlich und ohne erkennbaren Absender. Entsprechend finden sich bei der Mehrheit der Corporate-Twitterprofile keine persönlichen Angaben im Feld Biographie. Lediglich 20 Prozent der Tweets ließen einen konkreten Absender erkennen, nicht zuletzt, weil sie in der Ich- beziehungsweise Wir-Form verfasst wurden.
Quelle: Zucker.Kommunikation, Trendreport August 2009
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